Heute ist das Detlev-Rohwedder-Haus Dienstsitz des Bundesfinanzministers. Nicht einmal ein Jahrhundert alt, kann es doch schon auf eine höchst wechselvolle Geschichte verweisen. Drei ganz unterschiedliche politische Systeme haben ihre Spuren hinterlassen.
Errichtet wurde es neunzehnhundert-fünfunddreißig sechsunddreißig für Hermann Görings neu gegründetes Reichsluftfahrtministerium. Unbenommen vom heftigen Propagandagetöse, das den mit Muschelkalk verkleideten Skelettbau begleitete, war er in technischer und logistischer Hinsicht tatsächlich ein Projekt der Superlative: Mit zweitausendeinhundert Büroräumen, einer Tiefgarage für zweihundertfünfzig PKW, einer Nutzfläche von fünfundsechzigtausend Quadratmetern und insgesamt sechs komma acht Kilometer Fluren entstand in nur wenig mehr als einem Jahr das seinerzeit größte Bürogebäude Berlins.